Peter Linden

geb. am 17. April 1948 in Bonn,
gest. am 18. November 2018 in Darmstadt

Ministeriums-Logo

Der seinerzeitige Ministeriums-Logo – eine von vielen Varianten des Zuschnitts und der Benennung des heutigen Sozialministeriums.

Peter Linden

Peter LInden bei meinem Abschied aus dem Hessischen Sozialministerium 2012, als er selbst bereits im Ruhestand war.


Stellt man sich sein früheres personelles Umfeld als Pyramide vor – mit sich nach unten abschwächenden Erinnerungen – stand Peter Linden bei mir sehr weit oben.

In Anbetracht von rund 400 Kolleg(Inn)en im Hessischen Sozialministerium und über einen Zeitraum von fast 40 Jahren und der typisch hohen Fluktuation in unserem engeren Bereich, dem Ministerbüro, bedeutet das Einiges:

Die Erinnerungs-Intensität ist ja unabhängig sowohl davon, wie lange die gemeinsamen Jahre zurückliegen als auch davon, ob es sich um viele oder wenige gemeinsame Jahre handelte. Zwei seiner Stärken haben mich besonders beeindruckt:

  • Die hohe fachliche Kompetenz als PR-Stratege, mit vielfältigen Erfahrungen auch in der Privatwirtschaft, gepaart mit umfassender Kenntnis vom parlamentarischen und parteipolitischen Diskurs einerseits und der Lebenssituation der meisten Menschen, ihren Empfindungen, Sorgen und Hoffnungen andererseits.
  • Die hochwertige Qualität der Reden, die er für Sozialministerin Lautenschläger und zuletzt für Wirtschaftsminister Dr. Rhiel geschrieben hatte. Je nach Thema hätten ganze Passagen ohne Weiteres auch in Bundespräsidenten-Reden enthalten sein können – je nach Person passend formuliert.

Peter Lindens liebenswürdige Persönlichkeit ließ kaum anderes zu, als einen kollegialen Umgang zu pflegen, was auch für seine Mitarbeiter(inne)n galt. Autorität erwuchs bei ihm nicht aus dem Amt, sondern aus seiner Person, für die gerne Zuarbeit geleistet wurde und mit der gerne zusammengearbeitet wurde.

Er schätzte Diskussionen, sofern sie Bestandteil eines ergebnisorientierten Prozesses waren. Die christlichen

Werte als seine Denk-Koordinaten ermöglichten ihm die Verständigung mit politisch anders Gläubigen – ohne irgendetwas von seinen Überzeugungen als klassisch-katholischer Christdemokrat aufzugeben.

Sein Glaube und seine Familie, egal in welcher Reihenfolge, gaben ihm Kraft. Er liebte sein Zuhause in Darmstadt und zugleich schätzte er das Mediterrane, inklusive Speis' und Trank. Beim entspannenden Genuss von Musik bewunderte er die Komponisten mehr als die ausführenden Musiker – die freilich keine Stümper sein durften.

Seine Vorliebe für schnelle Autos verbarg er hinter seiner zurückhaltenden Bescheidenheit. Und hinter dieser steckte noch ein Sahnehäubchen: Zur Fähigkeit gedanklicher Tiefe gehörte sein feinsinniger Humor, der bis ins Abgrundtiefe des schwarzen Humors reichte.

Ein diesbezüglicher Exkurs sei mir gestattet: Was er zum Vergnügen Anderer ersonnen hatte, könnte er nun - falls nötig - für sich nutzten. Nämlich ein "Compendium juris post mortem", mit dem er umfassend über "Zukunftsperspektiven der langfristigeren Art" informierte …

Viel lieber wäre es mir freilich, wenn Peter Linden nicht (mit nur 70 Jahren) an einer schweren Erkrankung verstorben wäre! Und wenn ich mich nicht mit der Hoffnung trösten müsste, dass zu unseren "Rechten nach dem Tod" die Kommunikation in alter und in ganz neuer Kollegialität gehört.

Bis dahin bleiben meine Freude, einer seiner beruflichen Weggefährten gewesen zu sein, die dankbare Erinnerung an die gemeinsamen Jahre, der hohe Respekt und die große Sympathie für Peter Linden bestehen.

Herbert Ujma

02. Dezember 2018

Foto: © Monika Werneke

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