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SPD Walluf kritisiert Bruch des Wahlversprechens durch Andrea Ypsilanti

Der SPD-Ortsverein Walluf hat in seiner Vorstandssitzung am 06.02.2008, nach ausführlicher Diskussion einmütig den folgenden, von mir formulierten Protestbrief an die SPD-Landesvorsitzende beschlossen:
 
„Liebe Andrea Ypsilanti !
 
Die jüngsten Entwicklungen in der Landespolitik unserer Partei, insbesondere die bekundete Bereitschaft einer Regierung unter Deiner Führung mit Hilfe der Linken, erfüllen die Mitglieder unseres Ortsvereins mit Sorge und stoßen auf unsere Ablehnung.
 
Wir haben die Landtagwahl unserer Partei mit Dir als Spitzenkandidatin inhaltlich mitgetragen und durch aktive Arbeit in unserer Gemeinde unterstützt. Wir waren froh und mit Dir stolz auf die Aufbruchstimmung, die Du durch Deine offene Art und Deinen neuen Stil in die Politik unseres Landes gebracht hast. Du warst im Wahlkampf authentisch – offen, ehrlich und klar. Umso mehr erinnerten wir uns an die Lügen und Tricks der CDU und ihres Spitzenkandidaten.
 
Mit einem Bruch Deines mehrfach gegebenen Versprechens, nicht mit den Linken zu koalieren und eine Regierungsverantwortung nicht mit Duldung der Linken herbeizuführen, wirst Du unserer Arbeit für die Partei vor Ort schaden, dem Ansehen unsrer Partei im Lande und im Bund lang nachwirkenden Schaden zufügen und Deine persönlichen Glaubwürdigkeit verlieren  Ein solcher Vertrauensbruch gegenüber unseren Wählern, für die wir mit Dir geworben haben, ist unserer Meinung nach durch nichts zu rechtfertigen und unvertretbar.
 
Wir fordern Dich und die Parteispitzen des Landes auf, den Weg einer aktiven oder passiven Zusammenarbeit mit den Linken nicht endgültig zu beschreiten und das hohe Gut des Vertrauens der Wähler in Dich und in die politischen Ziele unserer Partei nicht zu verspielen.
 
In diesem Sinne wünschen wir Dir, der Führungsspitze unserer Partei in Hessen und den Mitgliedern unserer Partei im Landtag eine gute und glückliche Hand für nachhaltig gute und richtige Entscheidungen für unser Land Hessen und für die Arbeit unsere Partei auf allen Ebenen.
 
In solidarischer Verbundenheit
 
SPD Ortsverein Walluf“
 
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Nach der gescheiterten Regierungbildung in Hessen (Andrea Ysilanti verfehlte die Landtagsmehrheit bei der Wahl zur Ministerpräsidentin)  hat die SPD Walluf am 04. November 2008 erneut an Kritik  geäußert. Auszüge aus dem (letztlich wiederum von mir formulierten) Brief an den Landesvorstand der SPD Hessen:
 
„Liebe Genossinnen, liebe Genossen!
 
… Die Fraktions- und Parteiführung hat mit ihrem gewagten Vorhaben über Monate die SPD- Mitglieder und die Bürgerinnen und Bürger in Hessen und darüber hinaus in Atem gehalten. Jetzt ist  das Vorhaben gescheitert und zu dem Glaubwürdigkeitsproblem kommen die Zweifel an der Koalitions- und Regierungsfähigkeit der hessischen SPD.
 
Es lässt sich nicht mehr ausblenden, dass es nicht nur einen Riss durch die SPD-Landtagsfraktion gegeben hat, sondern dass die jeweils mit großer Mehrheit von den Landesparteitagen gefassten Beschlüsse nicht 1:1 die Meinungs- und Stimmungslage der Gesamtheit der Mitgliedschaft widerspiegeln. Ab dem Zeitpunkt, als mit einer durchaus knappen Mehrheit die Spitzenkandidatur entschieden wurde, hat die Führungsriege der hessischen SPD eher polarisierend als integrierend operiert. …
 
… Der zunehmend intolerante Umgang mit kritischen Äußerungen hat viele, die ähnlich dachten, eher zum Schweigen als zur offenen Opposition motiviert! Damit ist das Vertrauen in das Geschick und Können der Parteispitze in Frage gestellt. …
 
… Wir bitten Euch, die Führung der Partei, statt auf Disziplinierungsmaßnahmen auf einen offenen und von Vorurteilen freien Dialog zu setzen und einen „Neustart“ zu unternehmen. Die Glaubwürdigkeit unserer Partei in Hessen zurück zu gewinnen wird eine längerfristige Aufgabe sein und nicht schon bei der bevorstehenden Wahl gelingen. … Für die schwierigen Entscheidungen in den kommenden Wochen wünschen wir Euch Besonnenheit und eine glückliche Hand.
 
In solidarischer Verbundenheit
 
SPD Ortsverein Walluf“

Foto Johanniskirchenruine
Wallufer Roots:
Die Johanniskirchen-Ruine (Ursprungsbau 10./11. Jahrhundert), heute Schauplatz des "Wallufer Sommers"

Foto Müllsammlung
Wallufer Rote*:
v.l.n.r.: Manfred Kohl, Ilse Breßer und ich
nach der Müllsammelaktion am 19. März 2011
Foto: Jürgen Dusch

*) Drei von ca. 75 Leuten in der Wallufer SPD